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Das Chlorblcy findet für sich keine Anwendung, cs bildetaber mit Bleyoxyd verbunden eine schöne gelbe Farbe, welcheunter dem Namen Casseler Gelb bekannt ist. Um sie dar-zustellcn glüht man
10 Loth gelbes Bleyoxyd mit1 Loth Salmiak
in einem bedeckten Tiegel. Die Salzsäure des Salmiaks bildetmit einem Thcil des Bleyoxyds Chlorblcy, welches sich mit demübrigen Bleyoxyd zum Casseler Gelb vereinigt.
Wer diese Farbe im Großen bereitet, kann sich statt derTiegel thönerner Retorten mit Vorlagen, welche Wasser ent-halten, bedienen, um das zugleich sich entwickelnde Ammoniakaufzufangen und zu benutzen.
Das salpetersaure Bleyoxyd, von dem schon öfterdie Rede gewesen und dessen Bereitung bereits (S. 98.) an-gegeben worden, besteht aus
1 M. G. oder 112 Loth Bleyoxyd und1 M. G. oder 54 Loth Salpetersäure,
hat demnach ein M. G. — 166 und muß stets in diesem Vcr-hältniß angewendet werden, wenn man mittelst desselben schwe-felsaure oder chromsaure Salze zersetzen will.
Von seiner verschiedenen Anwendungsart ist schon öfter dieRede gewesen. Hier ist noch folgende zu erwähnen. Manbedient sich seiner zur Darstellung der Zündstäbe statt der ge-wöhnlichen Stricklunten. Aus Lindenholz, welches Jahre langgetrocknet hat, werden viereckige Stabe geschnitten und einen Tagin einem Backofen einer Hitze von 30 ° R. ausgesetzt. Daraufkocht man sie 6 Stunden lang in einer Auflösung von salpeter-saurem Bleyxoyd, trocknet sie wieder vollkommen aus und er-hitzt sie in Terpentinöhl, bis es zu kochen anfängt, nimmt diefertigen Stäbe nun heraus und bewahrt sie zum Gebrauch.
Das Bley läßt sich durch Walzen oder Gießen in dünnesBlech verwandeln. Ehemals wurde dieses zum Einpacken vonTaback, zum AuSklebcn der Schubkasten rc. angewandt. Manhat aber seine Schädlichkeit eingesehen und unterlaßt es jetzt.