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Das Verhältniß in welchem Kohlensäure und Kalk kn die-sem Salze mit einander verbunden sind, ist wie das aller chemi-schen Verbindungen ein bestimmtes und laßt sich vorher be-stimmen, da wir schon aus dem Früheren wissen, daß
das M. G. des Kalks — 28,5 unddas M. G. der Kohlensäure — 22
ist, die zusammen verbunden 1 M.G. oder — 50,5 kohlen-sauren Kalk geben. Wirklich hat derselbe ein solches und mußdaher stets in dem Verhaltniß von 50^- angewandt werden,wenn man Säuren damit sättigen oder Salze damitzerlegen will.
Dicß M. G. (50,5) gilt aber nur von dem reinen koh-lensauren Kalk, wie er in der Natur selten und höchstens nur ineinigen Marmorsorten vorkommt. Die Kreide und der Kalk-stein enthalten gewöhnlich Beymischungen von Kiesel-, Thon-und Talkerde. Man reichte also mit diesen nicht aus, wennman sie in dem Verhaltniß von 50,5 anwenden wollte. Esmüssen daher Kreide oder Kalkstein, die man im Großen anwen-den will, vorher untersucht werden, um ihren wahren Gehaltan kohlensaurem Kalk zu erfahren.
Dieß geschieht, wenn man z. B. 50 X Gran eines wohl-gepülverten Kalksteins oder einer fein zerriebenen Kreide in ei-nem Arzneyglase mit etwa 6 Loth eines recht starken Essigs vor-sichtig vermischt, damit es nicht überbrause, cs öfter schütteltnnd so lange in Berührung laßt, als noch eine Einwirkungstatt findet. Hat diese aufgehört, so gießt man das Klare abund bringt den unaufgelösten Satz auf ein Filter, wäscht ihnmit Wasser, trocknet und wiegt ihn, indem man zugleich ein an-deres eben so großes Filter auf die Wagschale legt. Das Ge-wichtzeigt das an, womit Kalkstein und Kreide verunreinigtsind, das Fehlende dagegen den kohlensauren Kalkder sich im Essig aufgelöst hat. Gesetzt, der aufdem Filter zurückgebliebene Satz wöge 5/^ Gran, so zeigendiese 45 Gran kohlen sauren Kalk an, welche in der un-tersuchten Kreide oder dem Kalkstein enthalten sind,- man mußdaher von diesen um die Wirkung von 50^ Loth reinenkohlensaurcn Kalks zu haben 56/^ Loth anwenden.