noch anhangendc Kalk zerfrißt sie. Es ist also sehr daraufzu sehen, daß eine solche Leinwand erst durch Schwefelsäureoder Salzsäure genommen werde, um den Kalk aufzulbsen undwegzuschaffcn, ehe man sie in den Handel bringt.
Wünscht man zu wissen, ob eine zum Verkauf ausgcbotcneLeinwand kalkhaltig sey, was nicht selten der Fall ist, weilsie dadurch ein weißeres Ansehen bekommt, so braucht man nurein Abschnitzel davon vorsichtig in Essig cinzutauchen; zeigt sichdann ein Zischen und Aufbrausen, so hat die Leinwand nochKalk, der auf derselben zu kohlensaurem Kalk geworden ist.
Kohlensaurer Kalk.
Was im gewöhnlichen Leben unter dem Namen von Kalk-stein, Kreide und Marmor vorkommt, istkohlensau-rer Kalk oder eine Verbindung von Kohlensäure mit Kalk.Man erkennt ihn vorzüglich daran, daß er mit Salpetersäureübergosscn sich unter heftigem Aufbrausen auflöst. DasAufbrauscn ist nchmlich ein Beweis von dem Vorhandenscynder Kohlensäure, welche durch die Salpetersäure verjagt wird.Um nun auch gewiß zu seyn, daß das was die Salpetersäureaufgelöst hat Kalk ist, so setzt man etwas Schwefelsäure hinzu,die nach einiger Zeit kleine weiße Krystalle von Gyps abschcidcnwird. Dasselbe geschieht durch schwcfelsaure Salze.
Das sicherste Erkennungsmittel ist aber das Brennen.Durch dieses wird die Kohlensäure ausgetrieben und der reineKalk bleibt zurück, den man leicht an seinem Verhalten zumWasser, wie es bereits (S. 178.) beschrieben ist, erkennenkann.
Unternimmt man aber dieses Brennen im Kleinen und zwarin einem Tiegel und bey raschem Feuer, scrgeschieht cs oft, daßder kohlensaure Kalk fast unverändert bleibt, indem er statt aller,wie es seyn sollte, nur höchst wenig Kohlensäure verliert, zu-sammen sintert und nach dem Erkalten mit Wasser übergosscnsich weder erhitzt noch löscht. Bey dem ohne Ticgeh, zwischenglühenden Kohlen gebrannten kohlensauren Kalk geschieht dicßnicht. Der Grund dieses verschiedenen Verhaltens ist bereits(S. 180 .) angegeben.