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Der Kalk löst durch Kochen mit Schwefel und Wasser denSchwefel leicht und reichlich auf und giebt eine Schwefcl-ka lklau ge, die zum Beuchen der Kattune und der Leinwanddient. Man stellt diese Lauge dar, indem man6 Pfund Schwefel,
30 Pfund Kalk und150 Pfund Wasser
im eisernen Kessel eine Stunde lang kocht, dann den Kessel be-deckt und die Flüssigkeit sich klaren laßt. Sie wird abgezapftund der Satz noch 2mal, jedesmalmit 190 Pfund Wasser aus-gewaschen. Alle 3 Flüssigkeiten werden nun zusammengemischtund die bereits durch Gähren mit Kleye aufgeschlossene und dannwohl gespülte Waare wird einigemale darin herumgehaspelt,damit sie ganz durchnäßt werde, und dann 20 Stunden wohluntergctaucht darin gelassen. Nach Verlauf dieser Zeit wirdsie hcrausgcnommen, in fließendem Wasser wohl gespült und4 — 5 Tage auf die Bleiche gelegt. Hierauf wird die Waare4 Stunden mit einer schwachen Actzkalilauge gekocht und kommtnach dem Waschen und Walken wieder 16 Stunden in die Schwe-felkalklauge. Dieß Verfahren wird 3 — 4 mal wiederholt.
Es ist bcy einer solchen Anwendung des Schwefelkalks dar-auf zu sehen, daß die Waare, wenn sie aus der Lauge desselbenkommt, gleich gespült werde, sonst bildet sich eine Schwe-felhaut und setzt sich so fest auf die Faser, daß man sie nur mitMühe durch Kalilauge wcgschcrffen kann.
Bey heißer Witterung muß die Waare auf der Bleiche öfterbegossen werden.
Die Schwefelkalklauge ist in wohlbedeckten hölzernen Ge-säßen aufzubewahren, sonst wird sie durch die Luft zersetzt undder Schwefel schlagt sich nieder.
Mit der Kieselerde bildet der Kalk durch Hülfe des WassersVerbindungen, welche steinhart werden und Mörtel heißen;cs wird beym Kiesel davon die Rede seyn.
Der Einfluß, welchen der Kalk aufMetalle äußert, istvonkeiner Bedeutung. Dadurch, daß er alles Saure sät-tigt und unschädlich macht und alles Feuchte trocknet,