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nachteilig wie die Potasche (vergl. S. 144.), daherist zusei-ncr Anwendung nicht zu rathen.
Wenn man Kalkmilch und Kalkwasser in einem unbedecktenGefäß der frcyen Einwirkung der Lust preis giebt, so bedeckensie sich mit einer weißen Haut die mit Säuren in Berührung ge-bracht, heftig aufbraust und ein Gas entwickelt, das Kohlen-säure heißt (S. 25). Der Kalk saugt dieselbe aus derLust ein und bildet damit kohlensauren Kalk. Dieß ge-schieht überall, wo er mit Kohlensäure in Berührung kommt,daher er ein vortreffliches Mittelabgiebt, Gasarten, namentlichdas Steinkohlengas, welches zur Beleuchtung dient, von Koh-lensäure zu reinigen, indem man es durch Kalkmilch gehen läßt.
Diesem Bestreben des Kalks, die Kohlensäure fast überallwo er sie findet einzusaugcn und in sich aufzunehmen, ist es zu-zuschreiben, daß erdiePotasche und die Sodaatzend macht, in-dem er ihnen unter Mitwirkung der Kochhitze die Kohlensäureentzieht (S. 130 und 159).
Nicht selten enthalten Brunnenwässer Eisen das durch dieKohlensäure darin aufgelöst ist, es taugt in diesem Fall nichtzum Papiermachen rc., weil ein solches Wasser gelb färbt.Kalk dient hier sehr gut als Reinigungsmittel. Man bringtdas Wasser in große Kufen, mischt es mit etwas Kalkmilch undlaßt es die Nacht über stehen. Es klärt sich, indem das Eisenzu Boden fällt.
Kocht man
10 Loth Knochenkohle mit100 Loth Kalkwasser
nur 1 Minute lang, so verschwindet aller Kalk aus dem Wasserund schlägt sich an die Kohle nieder. Dieß Verhalten hat manbey der Darstellung des Runkelrübenzuckers benutzt. Wenndieser nehmlich mit Kalk versetzt worden, so bildet sich beymEin-kochcn durch die Einwirkung des Kalks ein zäher Schleim, deroft die ganze Masse in Schaum verwandelt und die Krystallisa-tion hindert. Ein Zusatz von Knochenkohle leistet hier die bestenDienste; der Schaum legt sich und das Sieden geht wiederruhig fort.