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Aus diesem Grunde ist eS vorthcilhaft Kalk mit Ziegeln zu-sammen in Einem Ofen zu brennen und zwar so, daß erst dasFeuer auf die Ziegel und dann auf den Kalk trifft, so daß dieaus den Ziegeln sich entbindenden Wasscrdämpfe zugleich dieEntwickelung der Kohlensäure aus dem Kalk befördern.
Eine gleichmäßig anhaltende Hitze ist aber eine Hauptbc-dingung beym Kalkbrennen. Es ist eine alte, häufig bestätigteErfahrung, daß Kalk der einmal während des Bren-nens erkaltet ist, sich nicht mehr gar brennen läßt. Einsolcher halbgebrannter Kalk löscht sich nicht im Wasser, besitztaber die Eigenschaft darin zu erhärten. Aus solche Weiseist es möglich, der Kreide (die auch ein kohlensaurer Kalk ist)eine größere Härte zu ertheilen, wenn man sie unvollkommenbrennt und dann in Wasser taucht.
Der gebrannte Kalk findet meistens nur in Verbindung mitWasser als gelöschter oder Actzkalk Anwendung und zwar alsKalkbrey, z. B. zum Mörtel, als Kalkmilch, z.B.zumWaschen desLeuchtgascs, oder als Kalkwasscr. Die letztereVerbindung ist in Wasser aufgelöster Kalk, die beydcn erstem:aber sind Aetzkalk gemengt mit Kalkwasser. Ihre Wirkungensind im Allgemeinen denen dcrKali- oder Sodalauge (S. 134.und 160.) gleich, sic sättigen die Säuren und verändern diePflanzcnfarbcn wie diese (S. 158).
Das Kalkwasser ist eigentlich das was der Kali - und Soda-lauge entspricht, weil cs wie diese das Laugcnsalz in vollkom-mener Auflösung enthält. Aber cs unterscheidet sich von ihnendurch seine geringe Stärke, indem der Kalk so schwer auflöslichim Wasser ist, daß
1280 Loth kochendes Wasser nur1 Loth Kalk
aufzulösen vermögen, indeß man in derselben Menge Wassers2560 Loth Aetzkali auflösen kann.
Beym Auflösen des Kalks im Wasser findet der merkwür-dige Umstand statt, daß die Auflöslichkeit zu nimmt mit derKä lte und abnimmt mit der Wärme des Wassers,