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daher ein eiskaltes Wasser (von 0°N.) fast noch einmal so vielKalk auflöst als kochendes: es reichen nehmlich
656 Loch eiskaltes Wasser hin um1 Loth Kalk
vollkommen aufzulösen. Bepm Erwärmen dieser Auflösungscheidet sich daher cinTheil Kal? wieder ab, so daß z. B. einbey gewöhnlicher Stubenwärme (12° R.) bereitetes Kalkwassernur 1 Loth Kalk in
753 Loth Wasser
enthält. Es bedarf kaum des Erinnerns, wie sehr dieß derBeachtung der Färber, besonders aber derZuckersicder werth ist,die gewöhnlich glauben, daß nur ein mit kochendem Wasser be-reitetes Kalkwasser die hinlängliche Stärke besitze.
Um nicht mißverstanden zu werden muß ich noch bemerken,daß das Löschen des Kalks und sein Auflösen in Wasserzweyerley ist. Wenn nehmlich dem letztem, dem Auflösen dieKalte am förderlichsten ist, so ist es im Gegentheil dem erstem,dem Löschen die Hitze. Große Mengen Kalk erhitzen sich auchmit dem kältesten Wasser stark genug, um sich vollkommen zulöschen, aber mit kleineren Mengen geschieht es nur durch An-wendung von heißem Wasser. Da nun der Kalk erst gelöschtseyn muß, ehe er sich in Wasser auflöst, so muß man kleinereMengen nicht von vorne herein mit kaltem Wasser behandeln,sondern sie erstmit heißem Wasser löschen und dann erst, nach demErkalten das kalte Wasser zum Auflösen anwenden.
Taucht man ein Stück gebrannten Kalk in Wasser und ziehtes schnell wieder heraus, so erhitzt es sich nach einiger Zeit undzerfallt zu einem trocknen weißen Pulver. Man nennt dieß ei-nen zu Staub gelöschten Kalk. So trocken dieser Staubauch scheint, so hat er doch Wasser ausgenommen, welches erso fest hält, daß er es bep einem Erhitzen bis zu 80 °R. nichtals Dampf von sich läßt.
Dieselbe Veränderung erleidet der Kalk auch, wenn er iufeuchter Luft oder sonst an feuchten Orten rc. liegt; er zieht ihreFeuchtigkeit an und zerfällt zu Staub. Der Kalk kann alsozum Aus trocknen dienen. Man hat ihn daher auch in