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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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Hierauf gründet sich die in England übliche Zersetzungsartdes Kochsalzes mittelst Eisenvitriols. Es geschieht in einemFlammenofen dergestalt, daß die Flamme über das Gemisch vonKochsalz und Eisenvitriol hinstreicht. Die Flamme färbt sichviolett von der sich entwickelnden Salzsäure und die Soda desKochsalzes bleibt mit der Schwefelsäure verbunden und dem Ei-senoxyd vermengt zurück. Hier wirken Gluthitze und Wasser-dampf zugleich ein, denn die Flamme ist ein glühen-der Wasscrdampf.

Auch der Alaun zersetzt das Kochsalz und giebt mit Salpe-ter das Goldfärbesalz der Goldarbciter, welches aus

7 Loth Kochsalz,

5 Loth Alaun und

8 Loth Salpeter

besteht. Werden die Goldarbeiten mit Wasser, worin diesesSalzgemenge aufgelöst ist, gekocht, so entsteht aus der Salpeter-säure des Salpeters und der Salzsäure des Kochsalzes etwas Kö-nigswasser, wodurch Gold aufgelöst und durch das in der Gold-arbeit enthaltene Kupfer wieder auf der Oberfläche niederge-schlagen wird.

Vermöge der in dem Kochsalz enthaltenen Soda verglastesdie Thongeschirre, wenn es in den Ofen, worin sich diese inGlut befinden, geworfen wird. Die Salzsäure geht hiebet)in die Luft.

Auch zum Reinigen des Eisens beym Ausschmelzen in Hoch-öfen ist das Kochsalz von Nutzen. Es sind auf

350 Pfund Roheisen7 Pfund Salz

hinlänglich, das in dem Augenblick in den Ofen geworfen wird,wo das Eisen anfängt niederzusitzen oder zu schmelzen.

Eiskaltes Wasser ( 0° R.) löst etwas mehr vom Kochsalzaufals kaltes Wasser (12" R,): es ist das Verhältniß zwischen

36 und 35 Loth Salz auf 100 Loth Wasser. Auch steht mitdem Heißwerden des Wassers die Auflöslichkeit des Salzes nichtim Verhältniß. So nehmen 100 Loth Wasser von 48° R.

37 Loth auf und 140 Loth einer durch Kochen bereiteten