1 Loth Salpeter in
2 Loth Essig
auf, legt den Docht einen Tag hinein und laßt ihn dann scharfaustrocknen.
Der Salpeter dient zur Darstellung der Salpetersäure, wiebereits (S. 91.) gezeigt worden, auch ist daselbst angeführt wieman ihn zu diesem Zwecke reinigt. Um gute Salpeterkrystalleaus rohem Salpeter zu erhalten, bedient man sich eines Kunst-griffs der vielleicht auch. Key anderen Salzkrystallisationen an-wendbar ist. Man löst nchmlich den rohen Salpeter statt ingewöhnlichem Wasser in heißem Kalkw.asser auf. DieKry-stalle die aus einer solchen Lauge anschießen fallen viel größer,reiner und schöner aus. Der Kalk dient dazu, die Pflan-zenstoffe, welche der rohe Salpeter enthält, abzuscheiden undniedcrzuschlagen.
Eine Auflösung von Salpeter in Wasser krpstallisirt sehrleicht, besonders wenn man schon gebildete Salpeter-krystalle in dieselbe bringt. Die Wirkung solcher Kry-stalle ist von einem solchen Umfange, daß dadurch fremde Salzez. B. Glaubersalz, wenn damit die Salpeterauflösung verun-reinigt ist, verhindert werden sich abzuscheiden unddaher so lange aufgelöst bleiben, bis der Punkt gekommen ist,wo kein Salpeter mehr anschießt. Erst dann krystallisiren auchdiese Salze.
Auch bey vielen anderen Salzen findet dieses VerhaltenStatt und die Weinbauer kennen es sehr gut. Am Rhein bringtman junge Weine in Butten, auf deren Boden sich 50 — 60Pfund Weinstein befinden, weil dieser die Abscheidungdes Weinsteins aus dem jungen Weine bewirkt und zwarum so mehr je mehr die Butten Weinstein enthalten. Befolgtman dieß Verfahren nicht, so bleibt der Wein viel saurer; da-her läßt sich der Weinbauer um keinen Preis den Weinstein ausseinen Butten auöschlagen.
Wenn sich Salpeter in Wasser auflöst, entsteht eine bedeu-tende Kälte. Diese wird noch mehr vermehrt, wenn man ebenso viel Salmiak hinzusetzt.