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Durch Glühen mit Kohle wird die Schwefelsäure des schwe-felsauren Kalis zersetzt und zu Schwefel hergestellt. Glühtman nehmlich
1 M. G. oder 87 Loth schwefelsaures Kali mit4 M. G. oder 24 Loth Kohle
in einem wohlbedeckten Tiegel, so erhalt man ein Salz, wel-ches sich leicht im Wasser auflöst, aber Bleysalze nicht mehr weiß,wie es die Schwefelsäure thut, sondern schwarz nicdcrschlagt.Dieser schwarze Niederschlag ist Schwefelbley und liefertden Beweis, daß die Schwefelsäure durch die Kohle ihren Sauer-stoff verloren hat und zu Schwefel geworden ist. Saurenentwickeln aus dem Salze Schwefelwasserstoff (S. 27.);daher nennt man esauch Schwefelwasscrstofskali.
Die einzige Anwendung die man von diesem Salze im Großenversucht hat, ist die zum Beuchen und Bleichen der Garne an-statt der Potasche. Da man es aber in ziemlich starker Auflösung,nehmlich 1 Pfund zu 8 Pfund Wasser, anzuwenden hat, so wirdseine Anwendung wohl keine Vorzüge vor der Potasche haben.
Als Beweis wie sehr man das Verhältniß der Stoffe zuberücksichtigen hat, die man auf einander einwirken läßt, dieneFolgendes.
Wenn man 1 M. G. schwefelsaures Kali mit 4 M. G.Kohle glüht, so erhält man das eben angeführte Schwefelwas-serstoffkali; nimmt man dagegen 4 M. G. mehr oder 8 M. G.Kohle auf 1 M. G. schwefelsaures Kali, also 48 Loth auf 87Loth, in einem wohlverschlossenen Tiegel oder in einem in Sandgestellren Arzneyglase, so erhält man nicht jenes leichtin Wasserlösliche Salz, sondern ein schwarzes Pulver, das sowie es nur an die Luft kommt, sich schnell ent-zündet und zu schwefelsaurem Kali verbrennt. Dieß fürdie Feinde der Wage und diejenigen, welche glauben möchten,ein Bischen Kohle mehr oder weniger schade nicht. —
Salzsaures Kali.
Von diesem Salze ist wenig Gutes zu sagen, es ist viel-mehr dem technischen Chemiker ein unangenehmes Nebenerzeug-niß, weil er cs zu gar nichts benutzen kann.