Kattun nichts leidet, der mit Schwefelsäure aber mürbe undleicht zerreißbar geworden ist.
Bringt man ferner bcyde auf dieangeführte Weise getränkteund getrocknete Kattune mit der Flamme in Berührung, sobrennen sie nicht, sondern verkohlen und glimmen und zwarnur so lange als sie mit der Flamme in Berührung sind.
Auf dieses Verhalten der Phosphorsäure, daß sie das Ver-brennen hindert, ohne der Faser nachkheilig zu seyn, gründetsich die Anwendung ihrer Verbindung mit dem Ammoniak umPapier, Leinwand, Kattune, Holz gegen das Verbrennen zuschützen. Diese Stoffe werden mit einer Auflösung dieses Salzesgetränkt, welches, auch nach dem Trocknen, ihr Ausbrecheuin Flamme und Fortbrennen verhindert. Wenn man sie daherins Feuer wirft, verkohlen sie langsam und kommen erst nachlängerer Zeit zu einem schwachen Glühen. Beym Holz schütztes nur in so weit als die Salzauflösung in dasselbe cingedrun-gcn ist. Wirklich unverbrennlich kann aber auch dieser Theilnicht gemacht werden, sondern nur schwer verbrennlich odervielmehr schwer Feuer fangend. Wie denn überhauptein Körper, der an und für sich verbrennlich ist, nicht durchsolche Mittel unverbrennlich, d. h. unverletzbar durch starkesFeuer, gemacht werden kann.
4 Loth kaltes Wasser lösen 1 Loth phosphorsaures Ammo-niak vollkommen auf.
Schwefelsaures Ammoniak.
Dieses Salz erhält man als ein Nebenerzeugnis; in denSteinkohlen-Gasanstalten in großer Menge. Es wird in den-selben das Gas, welches Ammoniak enthält, durch Schwefel-säure geleitet und gewaschen. Das Ammoniak bleibt hiebeymit der Schwefelsäure verbunden zurück und stellt, gereinigt,schwefelsaures Ammoniak dar. Wie man es sonst nocherhalten kann, ist schon (S. 110.) gesagt.
Wegen dieser wohlfeilen Gewinnungsart wird dieses Salzim Auslande sehr häufig gebraucht, um daraus reines Ammoniakund kohlensaures Ammoniak zu scheiden. Es wäre wünschens-