ist geringere Mengen Silber vor der Auflösungskraft des Schel-dewassers zu schützen. So kann man z. B. dem Gold, wel-ches den 4ten Theil Silber enthält, nicht völlig das Silberdurch Scheidewasser entziehen; man muß ihm daher noch soviel Silber durch Schmelzen zusetzen, daß das Verhältnißvon1 zu 3 herauskommt, also8- Das Scheidewasser kannalso wohl Silber vonGold, aber nichtGold vonSilber scheiden.
Es ist(S. 90.) gesagt worden, daß die Salpetersäure ausStickstoff und Sauerstoffbestehe; dieß muß bewiesen werden.—Das Eisen giebt hiezu ein gutes Mittel an die Hand. Kommtes nehmlich im glühenden Zustande mit dem Dampf von Sal-petersäure in Berührung, so wird dieser gerade so zersetzt, wiees früher vom Wasserdampf erzählt worden ist (S. 3). BeyrnWasscrdanipf ging der Sauerstoff an das Eisen und der Wasser-stoff wurde frey, hier geht ebenfalls der Sauerstoffan das Ei-sen und der Stickstoff wird frey.
Man füllt, um dieß zu zeigen, in eine eiserne Röhre108 Gran feine Eisen-Drehspähne, wiegt die Röhre genauund macht sie in einem kleinen Windofen in der Mitte glühend.An das eine Ende der Röhre wird eine Retorte angekittet, wo-rin sich 67^ Gran der oben (S. 91.) erwähnten Salpeter-säure von 1,500 Eigenschwere befinden. Das andere Endesteht mit einer im Wasser umgcstürzten großen Flasche in Ver-bindung, um das Gas aufzufangen. Ist nun alles so vorge-richtet, so bringt man die Salpetersäure in der Retorte zumKochen. Sie verwandelt sich dadurch in Dämpfe und diese sindgcnöthigtüber das glühende Eisen zu gehen. Hier angckom-men, werden sie zersetzt. Das Eisen zieht den Sauerstoff anund der Stickstoff geht als Gas in die Wasser-Flasche.
Wenn endlich die Retorte leer geworden und das Gas sichin der Wasserflasche nicht mehr vermehrt, läßt man das Feuerausgehen und wiegt nach dem Abkühlen die Röhre mit dem In-halt. Man wird finden, daß sie um 52 Gran an Gewichtzugenommen hat. Diese Zunahme rührt von dem Sauer-