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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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Dieses Wasser erhalt die Salpetersäure von der zum Zer-setzen des Salpeters angewandten Schwefelsäure.

Die Salpetersäure kann ohne Wasser nicht bestehen und wirdzersetzt, wenn es ihr entzogen wird. Man muß sich daher sehrhüten, eine solche Salpetersäure mit starker Schwefelsäure zumischen. Diesewürde ihr das Wasser entziehen und unter einemGefahr bringenden Aufbrausen und Erhitzen würde die Salpe-tersäure zersetzt werden.

Es leuchtet von selbst ein, baß solche Nechenexempel nurdann genau zutreffen, wenn man genau arbeitet, namentlichdas Feuer so regiert, daß keine Salpetersäure zersetzt wird; wasim Großen nicht ganz zu vermeiden ist.

In dem Augenblick wo sich die Salpetersäure durch Erhitzendes Salpeters mit Schwefelsäure entwickelt, ist sieDampf undin diesem Zustand zeigt sich nur eine schwache Wirkung auf dasGußeisen. Daher kann man auch zur Darstellung der Sal-petersäure im Großen sich, wie bey der Salzsäure (S. 83. ),der gußeisernen Cylinder bedienen.

Eine mit mehr Wasser verdünnte Salpetersäure heißtScheidewasser, weil sie ein gutes Mittel ist, Gold undSilber von einander zu scheiden. Wenn man nehmlich einGemisch aus

1 Theil Gold und3 Theilcn Silber

mit wässeriger Salpetersäure oder Scheidewasser übergießt (dasaber ja keine Salzsäure oder Kochsalz enthalten darf) und cslängere Zeit damit in Berührung läßt, so wird man finden,daß nach einem öftern Aufgießen von anfangs schwächerer, dannstärkerer Säure, zuletzt ein Punkt eintritt, wo sich nichts mehrauflöst, und daß das Zurückgebliebene gerade den 4ten Th eilvon dem angewendeten Metallgemisch beträgt.Dieses ist der 1 Theil Gold, von dem die 3 Theile Silberdurchs Scheidewasser getrennt ober abgeschieden worden sind.

Gold wird nehmlich vom Scheidewasscr durchaus nicht an-gegriffen. Dieß geht so weit, daß das Gold selbst im Stande