hm können, verdienen unsre Aufmerksamkeit, und verdienen dieseoft eben so sehr um des Scharfsinnes willen, der sich bei diesen An-wendungen gezeigt hat, als um des Nutzens willen, den sic ge-währen. Und endlich führt uns auch das Studium der Physikzu einer eigenthümlichen Ausbildung unserer Geisteskräfte; dennso wie die Mathematik uns an Gründlichkeit und Strenge in denSchlüssen gewöhnt, und uns zeigt, was denn eigentlich mit Sicher-heit wahr und gewiß heißen kann, wie die Botanik uns gewöhnt,mit Scharfe die äußern Merkmale der Gegenstände wahrzunch-mcn und diejenigen Kennzeichen aufzusuchcn, wodurch sich die ein-zelnen Pflanzen von einander unterscheiden und wornach sic imSysteme können aufgefunden werden, so führt uns die Physikzur Kunst des Beobachte ns, indem sie uns Beispiele zeigt,wie man durch richtiges Auffassen der Erscheinungen die wahrhaftwirksamen Ursachen von dem bloß Zufälligen unterscheidet, wieman durch Abänderung der Umstände die Gesetze der Wirkungenerforscht, wie man oft mit Wahrscheinlichkeit voraussehen kann,welche Anordnung von Versuchen zu ganz neuen Aufschlüssenführen kann, und so weiter. Und dieser Kunst des Veobachtensbedürfen wir auch bei den gewöhnlichsten Ereignissen.
Doch es ist Zeit, daß ich diese Einleitung schließe, um zudem Gegenstände unsrer Unterhaltungen überzugehen.
Zweite Borlesung.
Allgemeine Eigenschaften der Materie. — Gestalt. Un-durchdringlichkeit.
Da die Erscheinungen in der Sinnenwelt im Allgemeinender Gegenstand der Physik sind, so fragen wir, m. h. H., wohl zu-erst nach dem Wesen des Stoffes, der bei allem Wechsel der Er-scheinungen, als das Beharrliche, zum Grunde liegt, nach denEigenschaften der Materie oder der Körper im Allgemeinen.Da alles, was wir erkennen können, im Raume ist, einen Orteinnehmen, eine Gestalt haben muß, so sehen wir es mit Rechtals eine nothwendige Eigenschaft der Körper an, daß sic irgend