wäget und bedenket seine Verbannung, und sovielGefahren seiner Seele, in diesem Leben jemals kannrecht fröhlich werden.
2 . lieber dem Leichtsinn des Herzens und der Ver-nachlässigung unserer Fehler, suhlen wir nicht dieSchmerzen unserer Seele; sondern sind oft eitelgenug zu lachen, wo wir billig sollten weinen. Esist keine wahre Freiheit, noch rechte Freude, dennnur allein in der Furcht Gottes und in einem gu-ten Gewissen. Wohl dem, der jedes Hinderniß derZerstreuung von sich werfen, und sich sammeln kannzur Einigkeit einer heiligen Zerknirschung. Selig,der allem absagct, das sein Gewissen kann befleckenund beschweren. Streite männlich, Gewohnheitwird überwunden durch Gewohnheit. Weißt du vonden Menschen zu lassen, so werden sie dich auch un-gestört lassen in deinen; Thun.
3. Nimm dich nicht an Anderer Sachen, undverwickele dich nicht in die Händel der Großen.Richte allezeit zuvor deine Augen auf dich, und vorallen deinen liebsten Freunden, ermahne sonderlichdich selbst. Besitzest du nicht die Gunst der Menschen,so werde darum nicht traurig; aber das mag dichwohl drücken, daß du dich nicht so wohl und be-