nigeJahre nachher wieder zumSubprkor— seinemvorigen Amte — erwählet.
Oftmals trug es sich zu, daß er während seinerUnterredung mit den Brüder», vernehmlich spürte,daß Gott inwendig ihm zujprach, wo er dann be-scheidentlich Abschied von ihnen nahm, und in seinKämmerlein entwich , gleich als ob jemand daselbstauf ihn wartete. Hier ergoß er nun sein Herz vorGott, und schöpfte diejenige Weisheit, welche lnseinen heilige» Büchern alle Frommen bewundern.
Eine Menge stndirender Jünglinge umlagertehäufig seine Zelle, um sich i» seinen sanften Sit-ten zu spiegeln, und seine süß ergießenden be-lebenden Worte genießen zu können. Und auch nichteiner kam dahin, der nicht gelehrter und frommervon da zurückgekehret wäre/
Als ein bemerkeuöwerther Umstand seines Lebens,verdient übrigens noch angeführt zu werden, daß ersein nun so berühmtes Büchlein von der Nach-folge Christi, im 61sten Jahre -seines Alters,also erst nach vieljährigen Uebungen und Prüfungenin den Wegen Gottes, geschrieben hat.
Von Leibes-Statur soll er etwas unter mittclmäsrsiger Größe, männnlicher Gestalt, und dunkelbräun-licher, aber lebhafter Gesichtsfarbe- gewesen seyn.Seine Augen waren so scharf, daß sie bis in seinhöchstes Alter völlig ungeschwächt blieben.
Er ist endlich an der Wassersucht krank gewor-den, und nachdem er 7l Jahre (die Probezeit miteinbegriffen) zumBerge St. Agnes ein gottseligesLeben, zu seinem und seiner Brüder großen Ruhmund Heil geführt hatte, wurde er im 92stcnJahre seines Lebens, — 1471, den 25. Julius —von Gott zur Ewigkeit abgerufen, wohin er seine