ten und Gelübden die Heiligen und laßt ihnen zu Ehrenseine geldgierigen Pfaffen Messe lesen. Es ist nicht einUebel auf der Welt, für welches der römische Katholicis-mus nicht einen besonder« Fürbitter aufgestellt hatte. Hatjemand das Fieber, so betet er zur Petronilla; hat er dasHalSweh, zum Blasius; hat er Augenschmerzen, zur Lu- ! Icia; hat er Zahnweh, zur Apollonia; leidet er an Stein-schmerzen, zum Libonins; will Jemand seine Schafe vorUnglück bewahren, so bittet er zum Wendelin, für dieGanse zum Gallus, für die Pferde zum Leonhard, für dieSchweine zum Eulogius. Hat jemand etwas verloren, soruft er zum Antonius. Ja man hat den Provinzen, denHandwerksinnungen u. s. w. eigene Schutzheilige — allesAusgeburten des Aberglaubens — angewiesen. So hatz. B. die studirende Jugend den Aloysius, die Schusier-zunft den Crispin, der Leder stahl, um den Armen Schuhezu machen, zum gnädigen Patron. Heißt denn das Gottehren, wenn wir ihn uns als einen Beherrscher vorstellen,der die Bitten seiner Kinder nur durch Advocaten undProcuratoren annehmeu will, dem man sich nur von fern,nur durch seine Heiligen nähern darf? wenn wir glau-ben, daß bei Gott fremde Fürbitten mehr als ein sittlicherWandel vermögen? Wird nicht durch das immerwährendeHinweisen auf der Heiligen Fürbitte die christliche Pflichtzur Duldung der Uebel aus den Augen verloren und dieVersäumniß zweckmäßiger Mittel befördert? Ist das nichtAbgötterei, wenn man das Gute de» Heiligen zuschreibtund Gottes dabei vergißt?
Zwar sagen unsere theologischen Klopffechter, man könne