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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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Seite
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ncre Thcil der katholischen Geistlichen mag immerhin »ochso enge Schranken dem Heiligendienstc setzen, noch so sorg-fältig gegen Mißbrauche eifern, es ist nicht möglich, alleUebertreibungcn zu vermeiden. Die traurige Erfahrungzeigt ja, daß der katholische Pöbel in dem tiefsten Schlam-me versunken liegt.

Damit man noch besser sehe, was für Heilige Remfür schweres Geld — ich sage nicht für die Heiligsprechungselbst, aber für die vielen Bemühungen des Dindcckus ro-r-re und Consortcn — kanonistrt hat, und die sich im Meß-buchs befinden, führe ich nur noch einige Thaten an, diedie Päpste als Kanonisationsgründe der christlichen Weltin den Kanonisationsbullen aufgctischt haben*), und welcheaus diesen in die Breviere übergegangen sind. Kathari-na v. Siena**) vermählte sich mit Christus, dem Sohnedes lebendigen Gottes und erhielt vom göttlichen Liebhaberdie Wunden eingedrückt, genoß von Christi Himmelfahrtbis Aschermittwoch nur das sacramentalische Brot, schliefbei Tag und Nacht nur ein paar Stunden, sah Traum-

*) Man muß sich wundern., dasi Rom die Erlaubnis! zur Samm-lung der verschiedenen Bullen in ei» Bullarium gegeben hat. Wahr-scheinlich hat cs geglaubt, der blinde Glaube werde immer herr-schen. Man kann nirgends Rom und seine Marimen besser kennenlernen, als aus dem röm. Bullarium, einer aus 30 Folianten undmehr als 9000 päpstlichen Bullen bestehenden Sammlung. Da sel-ten jemand dieses Zeughaus bei den Händen hat, so empfehle ichledcm als äußerst lescnswcrth einen Auszug aus demselben an. Dasrömische Gesetzbuch, Thl. 1—3. Franks, u. Lcipz. 1787, und Karls-ruhe 1788 und vorzüglich die röm. Rcligionskasse. Karlsruhe 1787(beide von v. G ünth crrodc).

**) kliev. Koni, all cl. 30. Kpiil sx Riilla cniionir. IluII» ca»,llullai. 'r»,». III. p. 3. p. 108. 109.