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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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ni. Dies wissen auch die Leute ganz genau, dämm gehensie, die von Jugend auf an Mechanismus und sogenanntegute Werke gewohnt sind, am liebsten in solche Kirchen,wo großes Gedränge die Beichtstühle umgibt, und wählensich am liebsten einen Beichtvater, der wie eine Maschineim Beichtstühle sitzt, willig einige Thorheitcn anhört, nichtsdagegen sagt, einige Vaterunser und Ave Maria zur Bußeaufgibt, und mit Mund und Hand zur Spendung desElitsnndigungszaubers bereit ist. Es ist unmöglich, diemechanische Behandlung des Bnßgeschäfts von Seiten derSeelsorger, so wie die oberflächliche, unvollständige Prü-fung des Gewissens, die buchstäbliche Reue und Leid, dieschiefen Begriffe von Sünde und Versöhnung, das aus-schließliche Streben nach der Lossprechung als dem einzi-gen Zweck der Buße, die fühlbarste Kälte und Verachtunggegen das Bußgeschäft, endlich den tödtcndsten Seelcnme-chanismns von Seiten der Beichtenden zu beschreiben.>Bald wird man ergriffen von gerechtem Zorne wider dieBeichthörer, diese Mörder der wahren Besserung*), dieseSchminkeverkaufcr im Tempel des Herrn; bald wird manvon der schmerzlichsten Wehmuth ergriffen und weint Thrä-nen über daS Loos des Volkes. So lauge diese Beicht-

*) Ach würde nicht genug Worte finden, wenn ich diese Bösewich-ker und Sündenböekc ganz schildern wollte. Kommt ein junger Geist-liche in die Seelsorge, und beschäftigt sich anfangs eifrig im Beicht-stühle, so wird er ansgelacht mit ihrem Sprüchelchen: neue Besenkehren gut, und erhalt den Rath, schnell zu erpediren. Einigehören gar nicht einmal die Sünden an, sondern singen sich einLiedchen, machen rechts und links Kreuze, sprechen wohl gar zweioder drei auf einmal los.