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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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tz. 41.

Die Patrocinienfeste und Beicht-Concnrse.

Noch immer herrscht in Schlesien die Sitte, daß diePfarrer sammt den Caplänen auf die benachbarten Feste,Kirchenweihen, Patrocinicn eilen, dies ihren Kirchkindcrnschon acht Tage vorher verkündigen, dieselben eben dahinzu kommen einladen, und sich begnügen, in aller Früheeine stille Messe zu lesen, die keine Anstrengung kostet.Ich konnte Pfarrer anführen, die wohl sechs Mal imJahre ihre Kirche verlassen. Diese Sitte herrscht in derEbene und im Gebirge, in Ober- und Niederschlesien.Daß dieses Verfahren höchst verwerflich und streng zu ver-bieten sei, liegt am Tage. Denn der Pfarrgvttesdienst,wegen dessen der Pfarrer allein da ist, welcher von allenConcilien so sehr geboten wird*), wird zerstückelt undzerrüttet, und der heilsame Unterricht, der die erste undvorzüglichste Pflicht jedes Geistlichen ist**), wird vernach-lässigt. Außerdem entstehen noch mannigfaltige Nachlheilefür Moralität und wahre Sinnesänderung. Denn amOrte des Festes wird aller mögliche Pomp des äußernGottesdienstes aufgebote»; der fremde Prediger strengtsich ebenfalls an, den gefeierten Heiligen nur recht heraus-zustreichen und seine Allgewalt anzupreisen. Muß nicht da-

*) Das Concil zu Nantes o. 4. IX. g. 2 befiehlt jedem Pfarrervor dem Gottesdienste zu fragen, ob jemand affs einer fremden Pa-rochic da sei, und wäre dies der Fall, denselben sogleich aus derKirche hinaus zu schaffen, c. 2. <lo m »Non. sim-nxd. One.

5sss. 24. o. 4 cle eek.

**) 8ess. 2l. o. 1 <le rot.

23 *