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§- 29 -
Einsegnung nach der Geburt eines Kindes.
Nichts ist elender, als die Einsegnung der Frauennach der Geburt eines Kindes. Mag die Mutter gebildetoder ungebildet sein, mag sie verheirathet sein oder unehe-lich geboren haben, mag das Kind leben oder nicht leben,gegenwärtig oder abwesend sein, das Formular bleibt das-selbe. Der Priester besprengt die Frau mit Weihwasserund spricht: „Unsere Hülfe im Namen des Herrn, derHimmel und Erde erschaffen hat." Antiphonie. „Diesewird den Segen von dem Herrn empfangen, und Barm-herzigkeit von Gott, ihrem Heilande; den» das ist dasGeschlecht derer, die den Herrn suchen." Nun wird der23 . Psalm gesprochen, über deffcn Wahl man sich nichtgenug wundern kann. Der Priester ruft in ' "elben ans:„Oeffnet eure Thore, ihre Fürsten! Ewige Thore, öffneteuch! Es gehet ein der herrliche König. Wer ist dieserKönig! Der Herr, der starke, der im Streite mächtigeHerr! Oeffnet eure Thore, ihr Fürsten, ewige Thore, öff-net euch! Er ziehet ein der herrliche König!" Hieraufkommt abermals die obige Antiphonie, mehrere Versikel, einGebet, und nach abermaliger Besprcngung mit Weihwasserwird die Frau unter dreimaliger Bckrcuzung gesegnet*). —Wie soll hier eine Frau nur die geringste Belehrung undErbauung schöpfen? Was soll sic denken zu den Ncdcns-
*) Eigentlich sollte die Einsegnung nur für eheliche Weiber sein.Sehr viele Pfarrer segnen auch die H.-.n ei», und wünschen ihnenaufs neue von Gott Fruchtbarkeit des Leibes. Warum nicht? ESbringt Geld!