Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
299
Einzelbild herunterladen
 

299

Beichte einzuführen u. s. w., liegt hier außer meinem Be-reich. Fest bin ich aber überzeugt, daß die jetzige Beicht-eiurichtung, insbesondere der Bejchtconcurse den morali-schen Tod der Gläubigen befördere, und daß unseren elen-den Beichtvätern eine schwere Verantwortung vor Gottbevorstehe. Die Bußanstalt wird allein nach zweckmäßigenVeränderungen neue Kraft gewinnen und segensreich fürdie Menschheit wirken. Glücklich jene Gemeinde, die ei-nen Seelsorger hat, dem das Wohl unsterblicher Seelenam Herzen liegt *).

tz. 25.

Reservationen.

Die Ikeservuiiones pup-iles müssen in der neuenAusgabe des Rituals ganz wegbleiben. Sie sind einewahre Schwachheit für die bischöfliche Gewalt und einBeweis der tiefsten Erniedrigung der Bischöfe. Bis zumelften Jahrhundert war cs Grundsatz in der christlichenKirche, daß die Bischöfe, als Nachfolger der Apostel, kraftihres Amtes in ihren Diöcesen ohne die geringste Einschrän-kung die Macht hatten, von allen Sünden loszuspre-chen**). Die erste Veranlassung zu den päpstlichen Re-servationen gaben die Bischöfe selbst, indem sie oft bei

*) Lese jeder das Buch: lieber die christ-katholische Bufiaiistalc

.Mcrsburg uud Rotweil 1806 . S. weirer unten.

**) Vun jus eoclkZ. si. I!. lit. V!. e. 7. 'l'konur«'8in. tts

vet. <^ 1 . ltov. eeeltrs. 1. 2. e. 1-4.

eeeles. 1. 1i1>. 1. c. (). 6. ile 8tiil.u

1'. I. e. Vll. h. 6.