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Herz des Sünders kennen gelernt, und seinen Leidenschaf-ten ans den Grund gesehen, so schreibe er ihm die geeigne-ten Mittel zur Besserung vor, wozu freilich Kenntniß, Klug-heit, Ueberlegung, Gewandtheit erforderlich iss, und die frei-lich nicht bestehen können in dem ertödtendcn Schlendrianelender, geistesarmer Geistlichen, die eine Anzahl von Va-terunsern und Ave Marien beten lassen. Wahrlich eine er-leuchtetere Nachwelt wird es kaum glauben können *), daßes ehemals Christen, ja selbst Vater der Christen gab, de-nen es Strafe war, und die es als Strafe aufgaben, mitGott zu reden und Wohlthaten von ihm zu erflehen. —Dies kann alles nicht in kurzer Zeit und — auf die jetztgebräuchliche Art erfüllt werden. Das Haupthindernißdes Besseren sind freilich die elenden Beichtväter, Beicht-väter ohne Kenntniß, ohne Wissenschaft, ohne Moralität,ohne Lust und Liebe zum Amte. Jünglinge, die kaum dieSchule verlassen haben, die man bloß durch die Noth ge-zwungen in den Seelsorgerstand aufnahm, setzen sich indie Beichtstühle, wollen andere stärken, da sie der Stär-kung bedürfen, und andere leiten, da sie so oft im Ange-sichte des Volkes straucheln. Die Hauptsorge bleibt alsoimmer, daß die Seelsorge nur würdigen, vom Geiste desEvangeliums beseelten Männern anvertrant werde. Aberselbst die ganze Form der Beichte muß abgeändert werden.Man ordne außer dem allgemeinen österlichen Bußtagemehrere Bußtage im Jahr an, die aber nicht auf Ma-rien- oder Heiligenfeste, um dem Aberglauben vorzubcugen.
9 Bei wie vielem andern wird dies noch der Fall sein — '. ! !