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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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des Priestern,»ms. Iui Beichtstühle erscheint der Priesterin der erhabenste» Eigenschaft des Amtes, dort schlagt dieStande, daö Herz vertrauungsvoll reden zu lassen zn deinGewissen, und als Stellvertreter der vergebenden Gottheit,Worte des Trostes, der Ruhe und der Versöhnung zn spre-chen. Auch mag nach dem Gesagten der Hauptgrund fürdie Dhrenbeichte darin liegen, daß dem Priester die Er-kenntniß des innerlichen Zustandes des Sünders nvthig sei,daß er seine» Leidenschaften auf den Grund sehen, ihrenUrsprung, ihr stnfenweises Wachsthum, die innerlichen undäußerlichen Triebräder seiner Handlungen kennen müsse,um die besten Mittel zur Besserung verschreiben zu kön-nen. Allein von der jetzigen Einrichtung der Beicht-anstalt behaupte ich, daß durch sie unmöglich die Fruchteerhalten werden, die man zu erzielen wünscht. Unsere heu-tige Beichteinrichlnng hat ihren erhabenen Eharakter größ-tentheils verloren, sie ist bloß für den Körper des Prie-sters lästig und ermüdend, und für die Herzcnsstiminnngund Besserung des Volkes größtenthcilö fruchtlos. Sieist ein kalter Act, der von Seite des Priesters mit einerunverständlichen Formel, und von Seite des Beichtkindesmit einem trockenen Bekenntnisse anfäugt, und zuletzt vondiesem mit einer kalten Formel, einer Reue, die schon anund für sich den Tod der moralischen Besserung in sichtragt, und von jenem abermals mit einer unverständlichenFormel, die man aber eben deswegen für eine Zauberfor-mel halt, die den Schuldbrief gleich tilgt, beendet wird.Von dem mechanischen Süiidcubekenntnisse, und dem gewöhn-lichen Unterrichte will ich erst gar nicht reden. Die Mehr-