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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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befanden sind? Ist cs nicht ausgemacht, daß viele Geist-liche nur Messe lesen des Stipendiums wegen, und dieserUrsache wegen sich öfters dem Altäre naher», wenn ihnenauch ihr Gewissen sagt, sie würden weit besser thun, wennsie sich davon entfernten. Wie oft habe ich schon aus demMunde der Geistlichen, auf die Frage: wie sie es übersich bringe» können, alle Tage aus dem römischenMissalc Messe zu lesen, die Antwort erhalten: des Sti-pendiums wegen, die 6 Sgr. sind gut mitzunehmen.

Wie viele Geistliche gibt es, die ein Einkommen von1000 und noch mehr Thalcrn haben, ein luxuriöses Lebenführen, Geld anhäufcn, und dennoch von armen gedrück-ten Menschen, welche die ganze Woche kein Stück Fleischessen, sondern von Kartoffeln und schwarzem Brote leben,das mühsam ersparte Geld annehmen, sie wohl gar aufSgewissenloseste zur Stiftung von Seelen- und Tobten-messen aufmuntern?

Endlich sagen einige: wir sind rein vom Meßgewerbe,wir fordern kein Mcßgeld, sondern sind zufrieden mit dem,.was uns fromme und andächtige Christen aus Liebe undErkenntlichkeit, oder andern untadelhaften Beweggründenaus eigenem Antriebe und freiwillig geben. Diesen kannman nichts anders zurufen als: Prüfet vor Gott demAllwissenden euer Herz, und dessen oftmal verborgenste Ab-sichten. Findet ihr euer Herz rein, eure Absicht lauter,eure Seele von der Liebe Gottes und des Nächsten durch-glüht, so wünsche ich euch Glück und Heil, so bitte icheuch, beständig bei dieser großmüthigen priesterlichen Un-eigeiinützigkeit zu beharren, und jenen Priestern, die noch