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sollte der Staat und die Kirche keinen Unterhalt gewahren;denn wer ist überflüssigen, unnöthigen und eben deshalbschädlichen Leuten einen Unterhalt schuldig? ES heißtnicht im Evangelium: ein jeder Priester, ein jeder Bi-schof, der Messe liest, hat das Recht, vom Altäre zu leben,sondern der Arbeiter, der Prediger des Evangeliums. Da-her sagt der heilige Prosper*): „Vom Evangeliumleben, heißt, von evangelischen Arbeiten seine Nothdurftbeziehen." — Alle Gründe, die man nur finden kann,die Meßgelder zu rechtfertigen, sind bloß künstliche Ver-kleisterungen der priesterlichen Habsucht. Der evangelischeGrundsatz: Gebet umsonst hin, was ihr umsonstempfangen habt, steht immer unbeweglich fest. DieKirche hat sich alle Jahrhundente hindurch der verderblichenGewohnheit der Priester, für Taufen, Trauungen, Beichte,Spendung des Abendmahls an Kranke und Begrabniß eineTare zu fordern, heftig widersetzt, sollte sie denn eineTare für das höchste Opfer — für das Allerheiligsie derkatholischen Kirche gut heißen? Leset nur die Aussprüchealler heiligen Vater! Der Cardinal Pullus ruft aus:„Des zeitlichen Nutzens wegen Messe lesen, was ist dasanders, als mit Judas Christum verkaufen?" und derfromme Abt Hugo seufzt: „wie viele Priester trifft derFluch dieses Cardinals!" —
3) Man tnuß das Geld als ein Almosen betrachten,um seinem Stande gemäß zu leben. Man gibt und nimmteigentlich nicht das Geld für die Messe, man kauft und
*) tVa-per ct» vi>» conlemp!. I. II. L. Itt.