Kirche hat sich geändert, wie in vielen Stucken; ist das >zu tadeln?
Elender Grund! Ehemals brachten die Gläubigen ihreOpfer zum Altäre, und Priester, Kirche und die Arme»halten daran Authcil. Die Geistlichen hatten keine Pfrün-den, keine sichenden Salarien. Auch glaubte Niemand imAlterthnm, der Priester könne dem Opfergebenden dieFrucht der Messe zuwendcn. — Jetzt ist alles anders.Wenn sich nun die freiwilligen Opfergaben so veränderthaben, daß dicfc Veränderung in das Mcßgeld dem gött-lichen Geiste zuwiderlauft, so muß eine solche Gewohnheit,wie lang und fest sie immer stehe, für einen verdammungs-würdigcn Mißbrauch, für ein Verbrechen gehalten werden. ,Nein, für sechs Silbergroschcn Messe lesen, Geld fordern, -weil man den Leibund das Blut Jesu Christi ge-opfert hat, ist eine Sache, die sich mit dem Geiste JesuChristi und des Evangeliums nicht vereinbaren läßt! Esist eben so viel, als Christum und seine Gnade verkaufen! —„Einige von abscheulichem, fluchwürdigem Geize ganz ver-stockte Priester," sagt ein oben angeführtes Concilium,„fordern Geld für ihre Messen, und sind unverschämt ge-nug, mit der Messe, wie mit zeitlichen Dingen, eine Artvon Kaufhandel zu treiben." Wie wäre es möglich, daßdie katholische Kirche, die wider die Geld-Messen von ihremAnbeginn so heftig gestritten hat, und ans der bei Prie-stern und dem Volke so höchst Verderbliches entspringt,als eine Art von Kaufhandel billigen könnte. Leider gibtes sehr viele Gewohnheiten, die der Aberglaube, Betrug,die Habsucht der Geistlichen in die Kirche Gottes eilige-