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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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höre mir die Klage eines Concilinms zu Toledo. „Wirvernehmen mit äußerster Betrübniß, daß einige von ab, §scheiilichem fluchwerthem Geize verstocktePrie-ster Geld für ihre Messen fordern, und unverschämt genug >

sind, mit der Messe wie mit zeitlichen Dingen, eine Art !

von Kaufhandel zu treiben, woraus bei den Meßzahlernder böse Wahn entspringt, daß die Priester ein Recht hät-ten, die Gnaden Gottes und Jesum selbst, der im Sacra-mente enthalten ist, zu verkaufen. Indem nun dieses hei- !lige und unschätzbare Opfer, wie alle Sacramente, umsonstverrichtet werden muß, verbieten wir den Priestern auf dasschärfste für die Messe Geld, oder eine zeitliche Vergel-tung zu fordern*)." Die Schlechtigkeit der Priester wur-de so groß, daß sie sich öffentlich fcilbotcn, alltäglich dasJohannisevangelium zu lesen, auf Verlangen Messen vonder Dreieinigkeit, vom heiligen Erzengel Michael u. s. w.,ja sogar, dem fürwitzigcn Frauenzimmer zu Gefallen, zurEntdeckung verborgener Dinge lasen. Dieses verdammtedas Concilium zu Seligenstadt. Die unersättliche Geldgierder Priester legte den Beichtkindern im Beichtstühle Mes-sen zu zahlen als Buße auf; andere beredeten die Ster-benden, recht große Geldsummen für Messen, Haltung desDreißigsten, der Jahrtage und Ereguien zu vermachen;andere, die mit zu vielen Messen überhäuft waren, über-trugen die Messen andere» gegen ein geringeres Meßgeld,als sie empfangen hatten, andere von verfluchungswnrdi-ger Geldraffincrie getrieben, erfanden eine neue Art Messe ^

C-oi,«;. rui. 1324. o. 6.