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Atheist; auf der Zunge ein Fanatiker, und im Herzen einVerächter aller Religion. Ich wage es im Angesichte derWelt zu bekennen, daß die größte Sünde, die im Schooßeunsrer Kirche begangen wird, der größte Gräuel, welcherKirche und Staat verwüstet, die guten Anstalten der Für-sten und Bischöfe vernichtet, Aufklärung und Frömmigkeithindert, Fluch statt Segen bereitet, in der Schändungder heiligen Abcndmahlsfeier besteht, welche so manchePriester aus Gewinnsucht alltäglich theilö unwürdig, thcilsunandächtig verrichten. „Schmerz und Schrecken überfalltuns," sagt ein deutsches Concilium*). „Da wir allent-halben unwürdige, offenbar lasterhafte Mieth- und Bettel-priester sehen, welche sich nicht ans Andacht, sondern oft-mals bloß um das Meßgeld**) zu gewinnen, an den Al-tar drängen. Diesen steht der Untergang bevor,und ihre Verdammung schläft nicht." WelcheFolgen hat die stille Messe fürs Volk? Es glaubt, essei genug der Messe beigewohnt zu haben, indem es in die
*) 6oncil. 6c>Io». 1536. p, 2. a. 9.
**) In den ersten Zeiten der christlichen Kirche pflegten die Gläu-bigen, jeder nach dem Maße seines Vermögens und seines Andachls-tricbeS, Geschenke und Opfer verschiedener Gattung in die öffentlicheVersammlung mitzubringen. Davon wurde zur gemeinschaftlichenFeier des Abendmahls das Nöthige abgesondert, das llcbrigc bliebfür den Unterhalt der Kirchendiener, die aber damals noch keineSalaricn und Pfründen hatten, und für die Verpflegung der Ar-men. Als der Eifer der Gläubigen nachlicß, schärften diese Gewohn-heit aufsneue ein das 6onoili»m iVtaiisco». II. 585. c. 4. Noch re-den von ihnen die Synode zu Mainz 813. -. 44. und 6sxit»I»r.Heg. kVanaor. lib. 5. c. 219. Ja man findet sie noch bis ins elfteJahrh. erwähnt bei Amalarius, Strabo, Regin o, Mi-cro loguS und Ivo von Chartres.