Cölibat gebracht werden, »nd die empörenden Fehltritte,in die sie laut der Erfahrung fallen und fallen werden,so lange dieses geist- und körperzcrstörcnde Gesetz besteht.Würden sich wohl Priester, denen der Geist der Religionsammt ihren Forderungen vorschwebt, welche die Wichtig-keit dieser Handlung des neuen Bundes tief fühlen, wur-den sie sich von diesen Sorgen, von diesen Fehltritten inSHeiligthum hinschleichen? Selten gibt es lasterhafte Menschen,die oftmals zum heiligen Abendmahle gehen. Böse Priestertreten alle Tage zum Altäre, und, was ganz unbegreiflichoder — vielleicht sehr begreiflich ist, handeln hier muthigerals fromme Priester. Um nicht von fleischlichen Unreinigkeiten,die aus dem Cölibate nothwendig entstehen müssen, zu reden,ist nicht die rohe oder ausgelassene Lebensart so vieler Prie-ster bekannt genug? Es gibt keinen Weltmenschen, der nichtam Vorabende, ehe er zum Tisch des Herrn geht, seine Seelevorbereitet. Wo aber enthalt sich ein Geistlicher eine Zeit-lang der Feier des Abendmahls, um sich vorzubereiten, sei-nen Seelenzustand zu prüfen, sich vor Gott zu dcmüthigcn,und neue christliche Liebe in sein Herz zu pflanzen?Leben denn etwa alle unsere Geistlichen immer und alleTage so fromm, daß ihnen Prüfung und Buße unnökhigist? Sind ihnen die Zubereitungen, welche unter Strafedes Gerichtes und des Todes erforderlich sind, unbekannt?Gibt es nicht viele Priester, die mit pharisäischer Genauig-keit bis Punkt 12 Uhr — trinken. Einen Tropfen nach12 Uhr sehen sie als ein Hinderniß der Communion an.Gibts nicht häufig Priester, welche die ganze Nacht hin-durch, bis an den Hellen Morgen spielen, trinken, lachen;
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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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