lein geben kann, eitlen Tand darbietet! Edle !Deutsche! Katholiken! kehrt zur Einfachheit des Evange-liums zurück!
Was für ungeheure Fabeln und Possen zum vorgebli- iche» Unterricht für daö Volk über die Cercmonien undGebete hat nicht der Aberwitz unwissender, hirnloser, eigen-nütziger Geistlichen erzeugt! Wie viele mystische Auslegun-gen über die Messe hat man nicht ausgeheckc*), die diedummen Katholiken belehren sollen, daß jeder Tritt desPriesters am Altäre, jedes Stück der Kleidung, jede Ce-remonie, weiß Gott, welche Geheimnisse ausdrücken undAnspielungen auf die Leidensgeschichte Jesu haben sollen.Nein, alles, waS jetzt in der Messe en miniature dar-gestellt wird, waren ehemals ganz vernünftige, natürlicheund einfache Gebräuche bei den öffentlichen Gottesvcrchrnn-gen, die ihr Dasein nicht mystischen und andern geheim- !nißvollen Absichten der Kirche, sondern den Umständen jder Zeit, des Ortes und den Bedürfnissen, die daraus ^entstehen, zu verdanken hatten. Die ganze klcricalische z!Kleidung war im Alterthum unbekannt. Die Apostel und ^ihre Nachfolger bis ins sechste Jahrhundert hielten in ih-rer gewöhnlichen Kleidung Messe, die sich von der derLaien nicht unterschied. Erst allmählig, als Unwissenheit,
*) Im Mittelalter gabs solcher nwstischer Ausleger eine Menge.Die berühmtesten sind: (le eccles.
ensis äe clivüiis ot/iciis. Oui'I. lluisntlus rrNionuI« llivinor. olLe.Nonot-nls ^nZnstoä'lnenzis sseuumentÄi-ittm, seu. clo cunssis ei si§ni-Llcstu n^'Slico riinum äivin. in eccles. oNcii eic. Auch in neuernZeiten hat man alten Unsinn im Katechismus u. s. f. abermals auf-getischt.