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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
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von seiner Wohnung etwa 30 Schritte entfernte Kathedralefahrt, wie er hier, vom ganzen Klerus empfangen, ineinem pomphaften Aufzuge, rechts uud links bewußtlosmit der Hand Segen ausspcndend, gefolgt von einemGeistlichen, der ihm die Schleppe nachtragt, und zu rechtauffallender Bezeichnung seiner Erniedrigung de» Namencsnästariuo führt, sich zum Hochaltäre hinschleppt, unddann, umgeben von geistlichen und weltlichen Dienern, daSCeremonicnspiel beginnt und vollführt, muß man sich nichtzu dem Ausrufe gezwungen fühlen: „Ihr heiligen Apostel, dieihr für die Ehre eures Erlösers, für die Verbreitung desEvangeliums so viel gearbeitet, gerungen, gekämpft, ge-blutet habt, und ihr heiligen Bischöfe des christlichen Al-terlhums, was war euer Schmuck, als ihr am Altärevoll Demuth das Opfer des Dankes und der Liebe erneu-tet? Waren es Cascln, Dalmatiken, Barilicn u. s. w. ?Hattet ihr geistliche und weltliche Heiducken um euch, dievor euch niederknicten u. s. w>? Oder war der brennendeEifer für das Heil der Seelen all' euer Schmuck?" Wiewird man erinnert an jene Zeit, wo goldene Bischöfe höl-zerne Stabe trugen! ... Dieses Ceremonienspiel mag wohlbei einem unwissenden Volke, unwissenden und unmorali-schen Priestern dumpfe Achtung zuziehen; aber dem Volkekann es nicht frommen, seine Bildung und Veredlungkann es nicht befördern. O wie schwer wird, Prie-ster, eure Verantwortung vor Gottes Nichter-st» hle sein, die ihr dem Volke, das hungertund durstet nach den Tröstungen der Religion,welche ihm die würdige Gottes Verehrung al-