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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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entgegen geai'beitet. Unter andern wird Gott i» der Messeder unschuldigen Kinder aufgefordert, daS Böse seinerFeinde mit Bösem, und zwar siebenfach zu vergelten,k Viele lehren statt Tugend Eigennutz, heißen den Christen,wie den Juden, nach zeitlichen Gütern streben, setzen,wenn auch sittliche Vervollkommnung ihr Ziel ist, keinereinen Triebfedern in Bewegung, halten Strafen und Be-lohnungen als Hauptbewegungsgrund vor, und statt denMenschen der reinen Tugend zu nähern, entfernen sie ihnvielmehr. Der Geist vieler Gebete ist nicht jener derSelbstthatigkeit, sondern der passiven Frömmelei. Auchhat den Psalmen nicht der Geist, sondern der Buchstabeihren Platz angewiesen. — Da die Psalmstücke und Ge-bete in so vielen Messen wicderkehren, so müssen sie über-dies noch den krassesten Mechanismus erzeugen. — DieEpisteln sind ebenfalls sehr oft wegen kahler Wortanspie-lungen gewählt, und sichen ohne Zusammenhang mit denvorhergehenden oder nachfolgenden Theilen der Messe. Au-ßerdem kommen an vielen Festtagen Bruchstücke aus demhohen Liede, aus den Propheten Ezechiel, Daniel u. s. w.vor, deren Sinn den meisten Geistlichen unverständlich ist,und die also das Volk, auch wenn die Messe deutsch wäre,nicht verstehen würde. Nichts ist aber elender, als dieFolge und die Auswahl der Evangelien für das ganzeJahr. Sie sind ohne Geschmack und ohne Rücksicht aufdie Erbauung der Gemeinde aus dem Zusammenhänge derGeschichte Jesu gerissen. Die lehrreichsten Reden Jesu,die wichtigsten Situationen, in denen er sich befand, unddie zu moralischen Bemerkungen den fruchtbarsten Stoff