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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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deren Verkünder ihr seid, so lange entziehen konntet?Warum habt ihr uns so lange den Trost entzogen, daszu denken, was wir singen und beten hörten? Wie kommtcs, daß unter so vielen Tausenden der Geistlichen, die wirarme Laie» so sauer ernährten, keiner bisher war, der dasUngereimte aufgcdcckt, der den Muth gehabt hatte, es öf-fentlich der Welt zu bekennen, es läge schon in der Na-tur der Sache ein Widerspruch, daß man sich einer Spra-che für Millionen bediene, die den Millionen gar nicht,und denen, die sie ablallten, nur halb und kaum halb ver-ständlich war? Haben denn unsere Religionsvorstehcr ge-glaubt, ihrem Amte, ihrem Berufe, ihrem Gewissen genugzu lhun, wenn sic uns als Kinder und Blödsinnige be-handelten, den Kern der Andacht, d, i. den ihnen ver-ständlichen Gottesdienst für sich behielten, uns aber dieSchale, das Sinnlose, das Sehen und Angaffen der Kir-chcngebräuche gaben?

A n t w, Freilich könnte so der Laie reden. Dochkann dieses nicht Männer schrecken, die der gottgefälligenWahrheit getreu sind. Männer von Wahrheit nennen Un-kraut — Unkraut, es sei gepflanzt von wem es wolle, rot-ten es aber mit eigenen Hände» aus, wo sie es immer fin-den, wissen es, daß es eben für den Menschen nicht ernie-drigend ist, seine gemachten Fehler zu erkennen, daß essogar verdienstlich ist, solche öffentlich zu gestehen, wenndieses Geständniß dienen kann, die, welche man durchLehre, Beispiel, oder auch durch pflichtwidrige Sorglosig-keit in die Irre geführt, oder einem Fehltritte überlassen