Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

216

bessere Kenntnisse von Gott und Gottesvcrehrung voran,um sich durch den Verstand den Weg zu den Herzen sei?ner Zuhörer zu bahnen. Und der Hinblick auf dieses er-habene Muster belehre den Seelsorger, langsamen zwar,aber festen Ganges vorwärts zu schicken und er wird un-sägliches Gute stiften. Der Seelsorger, der nur auf denWillen, aber nicht auf die Bedürfnisse des Volkes Rück-sicht nimmt, kann nicht mit Paulus sagen: „Ich suchenicht das Emsige, sondern Euch;" der verdient nicht denNamen eines Religionö- und Volkslehrers, sondernden, eines Volksverführers. „Schande," sagtIenisch *): „jeder niedrigen kriechenden Popnlaritätssucht,welcher ein vusitus rstricus eines alten Weibchens, dasihm gestern noch znlächxlte, eine schlaflose Nacht macht,und der daher, um so ein landverwüstendes Uebcl zu ver-hüten, schädliche Mißbräuche unausgewurzels sich verjäh-ren läßt. ^ Von der Einsicht, Klugheit und Aufklärungder Bischöfe sollte man es erwarten, daß sie die Wichtig-keit der Sache einsehen, zu ihrer Ausführung ermuntern unddie nöthigen Maßregeln treffen werden. Leider aber hates den Anschein, dqß wir uns noch eine Zeitlang werdenvertrösten müssen. Ohnehin gibt cs manchen Umsattel.

12) Aber dgö Volk könnte dann sagen, wie kommtxs, daß ihr uns die beseligenden Früchte der Religion Jesu,

*) Zcnisch: über Gottcsverchrungen und kirchliche Reformen ms. w. Berlin lüOii. S. 85. Vorzüglich lese jeder Seelsorge die Schrifteines Katholiken: Vitus Ant. Winter: Liturgie, was sic seinsoll, mit Hinblick auf das was sie im Christenthum ist oder Theorieder öffentlichen Goltesverehrung. München 1809. S. 241—271,