aber haben sich die Zeiten geändert, jetzt passen andereAnstalten und Anordnungen: andere Anstalten und Anord-nungen fordert das Wohl des Menschengeschlechts." Eshat niemals Einförmigkeit in der Liturgie bestanden, undbesteht auch jetzt nicht. Auch war nie Einförmigkeit derLiturgie geeignet, das Band der Einheit in den Kirche»zu fesseln. Sind nicht im Abendlande, obgleich überallNur eine lateinische Sprache herrschte und noch überdiesder eiserne Scepter des römischen Despotismus alles dar-niederdrückte, in jedem Jahrhunderte Kirchenspaltungen ent-standen? „Nein, man kann nur Kirchensclaverei," sagtWerkmeister, „und — Mit andern Worten — päpstlicheUnivcrsalmonarchie zur Absicht haben, wenn man in die-sem Stücke (Liturgie) alle Nationen unter einen Modelbringen, und das Heiligste, das Angelegentlichste allerVölker, ihre Gottcsverehrung- für Tausende und abermalTausende unverständlich und also auch unnütz machenwill." — Ja die Kirche, die die Vater die Braut Christineunen, weist nichts von einer gemeinschaftlichen unver-ständlichen Liturgie, erst die spätere, die, wie die Vaterzu Konstanz und Basel sich ausdrücken, an Haupt undGliedern verdorben ist, erzwingt sie.
2) Die lebenden Sprachen sind der Veränderung un-terworfen; man hätte also bei jeder eintretenden Aendcrungzu befürchten, daß der reine Glaube verfälscht würde!Daher ist zur Darstellung der Religion und des Glau-bens eine todte Sprache die beste.
A n tw. Welcher Unsinn! Zur lebendigen Darstellungder Religion ist eine todte Sprache die beste, weil diese
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