Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
194
Einzelbild herunterladen
 

194

beit der Kirche in das gemeinschaftliche Vekenntniß desEine» Glaubens: Es ist Ein Herr, Ein Glaube, EineTaufe, Eiu Gott und Vater Aller. Die alte Kirche hieltdie Liturgie für etwas Wandelbares und Veränderliches,das einmal so, das andere Mal so sein kann, wie es dieweiten, die Personen, die Umstande forderten: darum ge-brauchte man in derLiturgie überall die Muttersprache. Diessind Thatsacben, die aus den schönsten Zeiten des Christcn-thums herüberstrahlen, von niemand gelaugnet werden könnenund deutlich beweisen, daß man die Liturgie in einer tobten,dem Volke unverständlichen Sprache für kein zweckmäßigesMittel, Einigkeit zu erhalten, angesehen habe. In nece?-Luriis, sagt Augustin, unitss, in clubiis libertss, inOmnibus cknritus, d. h. in Glaubenslehren müsse maneinig, in Dingen, die in der heil. Schrift und der Tra-dition nicht deutlich ausgcdrückt sind, müsse Freiheit sein,überall aber der Geist der Liebe, als das ächte Kennzeicheneines Jüngers Jesu, herrschen. Ja man hielt selbst dieseVerschiedenheit für nothwendi'g. Man, glaubte nämlichRücksicht nehmen zu müssen auf die Cultur, den Charakter,die Bedürfnisse und vorzüglich die Sprache der Nationen.Noch im zwölften Jahrhundert schreibt Hugo vom heili-gen Victor im 2- Buche von den Sacramenten des christ-lichen Glaubens, 12. H.: „Obwohl es zu andern Zeitennicht so war, als jetzt, so muß man doch diese Aenderun-gen keinem Leichtsinne zuschrciben, vielmehr muß man da-für halten, damals habe es die Wohlfahrt erfordert, daßman dies und jenes befohlen und beobachtet habe. Jetzt