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berbleibsel der deutschen Poesie sammeln*). Die auf seinGeheiß versammelte Synode zu Tours 813 gab c. 17 denBefehl, daß jeder Bischof seine Predigten ins Bauernla-tein (linZua roinana rusticm), oder in die deutsche(tkeoäiscs), d. h. in die fränkische Sprache übersetzensolle**). So lange auch Frankreich und Deutschland un-ter Einem Herrn standen, war die deutsche Sprache nichtallein die Mutter-, sondern auch die Hofsprache. Erst nachdem Vertrage von Verdun andern sich die Sachen, unddie sogenannte römische Sprache der alten Unterthancn be-kommt in Frankreich die Oberhand. Auch nach Karl d.Gr. erhoben sich patriotisch gesinnte Männer zur Bildungder deutschen Sprache. Der treffliche Ottfried, Bencdicti-ner-Mönch zu Weißenberg in Elsaß, klagt im neuntenJahrhundert über die Vernachlässigung derselben. „DieseSprache," sagt er, „wird für bäurisch gehalten, und selbstdie, welche sie reden, haben sie zu keiner Zeit, weder durchdie Schrift, noch durch die Kunst vollkommen zu machengesucht, indem sie weder die Geschichte ihrer Voreltern,wie es andere Nationen thun, schriftlich verzeichnen, nochihre Thaten und Leben erheben. Wenn sie auch diesesthun, welches doch selten geschieht, so brauchen sie viel-mehr die Sprache anderer Völker, das ist, der Lateinerund der Griechen. Sie hüten sich, in diesen schlecht zuschreiben, und scheuen es in der ihrigen nicht; sie getrauensich nicht, in der ersten gegen einen Buchstaben, gegen die
*) viUr (.'npoll HI.
**) II-n«Iuin I'oni I V. H025,