behaupten kann, er habe die deutsche Sprache verdrängt*).Hiezu kommt, daß in Deutschland, bei der herrschendenRohheit und Unwissenheit, auch die Volkssprachen höchstroh, unausgebildet, arm und mangelhaft waren. „DieBarbarei dieser so rohen Sprache," sagt Ottfried, „soroh, unbändig und ungewohnt sie ist, sich den Zaum derGrammatik anlegen zu lassen, so schwer ist es auch, sie zuschreiben, thcils wegen der Zusammensetzung der Buchsta-ben, theils wegen des unbekannten Klangs." Doch mußcs nicht so ganz erbärmlich mit der deutschen Sprache be-stellt gewesen sein, und man hat genug Spuren, daß meh-rere liturgische Handlungen in der deutschen Sprache ver-richtet wurden. Die Synode zu Frankfurt 794 wider-sprach c. 52 der Behauptung, man könne nur zu Gottbeten in der griechischen, hebräischen und lateinischenSprache, und erklärte: „Nicht in drei Sprachen, son-dern in jeder Sprache muß man zu Gott beten." Schondie Schlüsse der Synode zu Lestinä im I. 743 enthalteneine Entsagung des Teufels und ein Glaubensbekenntnißin fränkischer Sprache, welches auf den heidnischen Aber-glauben Bezug hatte, den man abgcschafft wissen wollte**).Karl d. Gr. und sein Freund Alkuin beschäftigten sichernstlich mit der Bildung der deutschen Sprache. Karlarbeitete selbst an einer deutschen Grammatik, gab denWinden und Monaten deutsche Namen, und ließ die Ue-
*) ( v. 80. III. Ilarrlikiin Oondl. 6ei-i»i>ni:iS.
t7t)9. I'on,. I. j,. 283.
**) Oommeilt. ile rekus krguc. oiient. 1'oni I. p. 440.