Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

vinzen mannigfaltig verändert hatte, so wurde sie dennochvon den Gebildeten gesprochen und von den ursprünglichenBewohnern der röm. Provinzen verstanden, wenn diese die-selbe auch nicht rein und unverdorben sprachen. Der ge-lehrte Bcnedictiner Lyronius behauptet, daß erst umsachte Jahrhundert das gemeine Volk Latein zu sprechenaufgchört habe*). Ei» anderer französischer Gelehrternimmt das Verständnis) der latem. Sprache bis zum I.900 an**). Dasselbe zeigt Couraper aus sehr vielenGründen ***). Ja Jakob Basnage nebst andern Ge-lehrten will sie noch um das zehnte Jahrhundert beimVolke finden***"). Als aber in diesen ehemals römischenProvinzen die latein. Sprache Niemand verstand, so fuhrman dennoch fort, in derselben die Liturgie zu halten, unddie Papste drangen mit Gewalt auf ihre Beibehaltung,ohne einen Grund zu haben, als den, damit nicht durchAendcrung allmählig ihre ursprüngliche Gewalt, die mandurch Finstcrniß erhalten wollte, könnte untergraben wer-den. In Deutschland wurde aber die röm. Liturgie durchdie römischen Missionare, die von England herüber kamenund von Rom aus gesendet wurden, vorzüglich verbreitetdurch Columban, Eustasius, Gallus, Emme-rau, Rudbert, Willebrod. Columban predigtezu Anfänge des siebenten Jahrh. am Bodensee, in Hclve-

*) 7ourn.il clsr 8»v.ins 1738, iVovenrb. 103.

Rist. liter. Ru§cl. p. II, ji. 3.

***) In der Note zur Sarpischcn Geschichte des TridentinischenEoncitiums 4. Bd. S. 587. nach der Rambach. Ausgabe.

»*»*) Ilist. üter. 6«II,ae Vom VI. x. 3 et 615.