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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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denklich, um so williger überließ man die äußere Ordnungdes Gottesdienstes dem Gutbcfinden des Bischofs und derNettesten*). Allerdings nahmen die unmittelbar ersten Vor-steher der Kirche in der Abcndmahlsfeier und den übrigengottesdienstlichen Handlungen die Apostel zum Muster, mv-dificirren aber die Darstellung derselben nach den Ansichtenund Regungen ihres eigenen religiösen Gefühls und Lebensmit Rücksicht auf die Umstände. Und da die Kirchenvor-steher Frömmigkeit und religiösen Sinn besaßen und derSprache mächtig waren, um erbaulich reden zu können,brauchten sie keine Formulare. So war selbst die Conse-crationsformel bei der Abendmahlsfeier, wenigstens dieJnvocation, ein freier Erguß des Priesters**), Basi liussagt es ausdrücklich, wir haben keine von den Apostelnhiuterlasscne Opferfeier***). Allmählig bilden sich Formu-lare****), und erst mit dem Erscheinen geschriebener Litur-gien bilden sich die Weihfyrmeln aus, und werden allmäh-lig gesetzlich unabänderliche Normen. Die apostolischenLiturgien, als die des Petrus, Jakobuö, Barnabas, Mat-thäus, Markus u. s. w. sind nach dem Urtheile aller Kri-tiker und dem Zeugnisse des Alterthums unächt. Daß je-der Bischof das Recht hatte, seinen Cultus anzuordnen,ohne einen Fremden zu fragen, zeigt die Geschichte der

*) Linz?,»,», I'om. I. p. 116 121.

**) lusti', 1 . I. c. 65. 6". kiimili'i», 75 in den Briese»CuprianL.

***) Ng»iii5 likk. I. 6« Kpill'i. 6. c. 27. Die heilige Schriftgibt ebenfalls keine Nachricht über die eigentliche Weihe der Eucha-ristie.

**") kiiigliam, 1on>. V. I>. 111 227.