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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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Nothwendigkeit, daß in der Kirche alle am öffentlichenGottesdienste Theil nehmen, und alle alles, was dabeigesagt, gesungen und gelesen wird, verstehen müßten, soüberzeugt, daß selbst der Kaiser Justin ian, Novelle 137.C. 6 befiehlt: Alle Bischöfe und Aelkeste sollen die göttlicheOpferung und das Beten bei der Taufe nicht still, son-dern so laut verrichten, daß sie von dem gläubigen Volkevernommen werden; dies soll die Gemüther der Hörendenzur größern Andacht und Verherrlichung Gottes erheben.Denn so befiehlt der göttliche Apostel, der im ersten Briefean die Korinther schreibt u. s. w. Befanden sich in Vor-christlichen Versammlung Christen von verschiedenen Zun-gen, so stellte man öfters Dolmetscher auf, die alles, wasin der Kirche vorging, auslegen, alles, was gebetetwurde, übersetzen mußten*) Mehrere ,Beweise seheman beim Bingham nach**).

So wie aber überall die Muttersprache in dem Got-tesdienste eingeführt wurde, so glaubte auch jede Provinz,ja jeder einzelne Bischof, das Recht zu haben, die einzel-nen Theile der Liturgie nach seinem Gutdünken anzuordnen.Man war in der ersten Kirche weit davon entfernt, deneigenthümlich lebendigen Ausdruck des religiösen Gefühlsin ein Heer von unwandelbaren Vorschriften einzuzwängen.Im Gegentheil, je freier und kräftiger sich der Geist desGlaubens und der Frömmigkeit in der Kirche zeigte, umso weniger schienen einzelne Worte und Gebrauche bc-

nioeurs äes Okretieiis, §. 39.

**) KinZliarn, Olrgiuvs, lom. V. p. 84-.107.