Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

gen zu Keren? Wo soll es hier Eeistesnahrung, nochHcrzeiiörührnng finden, außer etwa in den Gebeten, diejeder Einzelne für sich verrichten kann, die aber auf dieheilige Handlang gar keinen Bezug haben. Muß nicht derkatholische Kirchgänger bei einein solchen Gottesdienste zcr»streut werden, Langeweile fühlen, gähnen und cinschlafen?

Ich will nur kurz die Gründe beleuchten, die für die Bei-behaltung der lateinischen Sprache im Gottesdienste bcige-bracht werden, nicht, um die Vertheidiger derselben zu beleh-ren, denn sic sind meistens zu verstockt, als daß sie einer Be-lehrung fähig wären; sondern um meinen Mitbrüdernaus dein Laienstande zu zeigen, wie unverantwortlich sievon ihren geistlichen Führern, die sie doch mit ihremSchweiße ernähren müssen, um die beseligenden Folgender reinen Christusrcligion betrogen werden, damit sie,auf Gründe sich stützend, am Throne ihres Landesfürstenihr Gesuch um dessen kräftige Mitwirkung zur Abänderungdieses schreienden Unrechts »icderlegcn könne».

Wir »vollen von dein Beispiele des StificrS der christ-lichen Religion und den ersten Begründern derselben aus-gehen. Christus, der göttliche Heiland, bediente sich beider Verkündigung seiner beseligenden Religion nicht einerfremden Sprache, sondern der syro-chaldäischcn Mundart,der in Palästina üblichen Landessprache. Dein Befehleihres göttlichen Meisters gemäß predigen die Apostel über-all das Evangelium und errichten Gemeinden. Die gottes-dienstlichen Zusammenkünfte zeichnen sich aus durch Ein-fachheit, Reinheit und Würde. Es wurden gemeinschaft-liche Gebete und Gesänge verrichtet, Stücke aus der hei-