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der Religion würdig sein. Nur dann ist eine Gotresver-ehrnng zweckmäßig eingerichtet, wenn die Christen in ihrdie Achtung und Liebe zur Tugend immer mehr starken,und immer neuen Math, neuen Eifer und neuen Antriebzur Erfüllung ihrer Pflichten und zur Ausübung derallgemeinen thätigeu Liebe in derselben holen können.Wie vermag aber die Gottcsverchrung diesen erhabenenZweck durch eine fremde Sprache zu erreichen? Wie kannder Mensch durch ein Gebet oder einen Gesang erbautwerden, wenn sie in einer ausländischen Sprache gehal-ten werden? Wie kann eine Gottcsverchrung, bei welcherder Priester dem Volke in einer diesem unverständlichenSprache vormurmelc und vorschreit, eine öffentliche ge-nannt werden? Wie kann der Unkundige bei einem ineiner fremden Sprache gehaltenen Gottesdienst an denschönen Wahrheiten Antheil nehmen und an den erhabenenGedanken? Was können sie in ihm wirken, wozu ihmnützen, was in ihm zurücklassen? Auf dieser Ansicht desZweckes des Gottesdienstes und der Sprache beruht dereinfache, aber auch der vollgültigste Grund des Gebrauchsder Muttersprache beim Gottesdienste. — Heißt es alsonicht die Gottesverehrung vernichten, ganze Nationen immoralische» Sinne aus dem Allerheil'gstcn verbannen, undsie lediglich auf die physische Gegenwart im Heiligthumebeschränken, wenn man sie in einer fremden Sprache inder Kirche bedient? Heißt das Gott im Geiste und inder Wahrheit anbetcn, wenn in unseren Kirchen das gutedeutsche Volk stundenlang im Tempel verweilt, um denPriester wunderlich mannpiliren, und Latein beten und sin-