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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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es, zu dem von ihm selbst Vorgeschriebe neu und Unabän-derlichen noch Anderes aus freier Wahl hinzuzufügen, wennes die Verfassung, oder der Nutzen der christlichen Ge-meinde fordere, er berechtigte sie aber keineswegs, seinegeistige Religion durch eine Menge von Cercmonien unkennt-lich zu machen. Bald entwich den Nachfolgern der Apo-stel und der Vater des ersten Jahrhunderts der Geist Christi.Die Neigung, die Religion eigenmächtig auszuschmückenund die Frömmigkeit auf äußere Gebrauche und neu er-sonnene Andachten zurückznführen, regte sich bei den Chri-sten frühzeitig. Jüdische und heidnische Ceremonien trugman eben so in die christliche Religion hinein, wie ehemalsdie Römer fremde Gottheiten der überwundenen Völkerunter ihren vaterländischen Gottheiten ansstelltcn. Alsman einmal damit augefangcn hatte, so fügte man täglichneue Außenwerke hinzu, erfand täglich mehr Ungereimthei-ten und rechnete cs ohne Unterschied zum Wesen und zurEinheit des christlichen Glaubens. Unwissenheit und Aber-glaube, Vernachlässigung der Volksaufklärung, der daherentstehende Wahn von der Wirksamkeit der äußern gottes-dienstlichen Handlungen und die Bequemlichkeit, ohne ei-gene Anstrengung selig und heilig zu werden, die uuerlcuch-tete Privatfrömmigkeit einzelner Kirchenvorstehcr, das In-teresse der Priester, die entweder, weil sie durch Unterrichtund Erbauung der Kirche keinen reellen Dienst zu leisten imStande waren, ihre Vorzüge in Verrichtungen suchten, dieeben keine große Geistesanstrcngung erforderten, öder Gefallendaran fanden, daß die Wichtigkeit des geistlichen Standes da-durch um sohellerhervortretcn konnte, je weniger Mitwirkung