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Durch Absingung gottesdienstlicher Lieder würde das Vollauf jede heilige Handlung des Gottesdienstes aufmerksamgemacht, es würde dadurch in den Stand gesetzt, sich vonden heiligsten Geheimnissen einen Begriff zn machen, undvon harmonischen Tönen durchdrungen, das Heilige deöGottesdienstes mit Seclentroste gleichsam fühlen. Mitwarmen Gefühlen und mit Inbrunst des Herzens würdedie Stimme des Volkes in süßen Melodien die Wolkendnrchdringcn.
Wenn nun der Gesang in seinem Ursprünge schon soalt und dem Geiste unserer Religion und der Heiligkeit desGottesdienstes so angemessen ist, wie kommt cs, fragt manmit Recht, daß man die Instrumental-Musik noch im-mer dem einfachen und majestatsvollcn Kirchengesange ver-zieht, und daß insbesondere die Geistlichen, deren Pflichtes ist, solchen zur Ehre Gottes zu befördern, zu dessenEinführung nichts beitragen, auch wohl gar Pfarrer, diedieses thun, des Lntherthums beschuldigen? Außer Vor-urthcil, Unwissenheit, und der Unterlassung der Anregungvon oben her kann man als Ursache nur etwa noch ange-bcn, daß die Geistlichen sich nicht gern die Mühe geben wol-len, das Volk von der Nützlichkeit des Kirchengesanges zubelehren, die Schule häufig zu besuchen, und den Schul-lehrer anzuhalten, daß er die Schuljugend fleißig im Ge-sänge übe; vorzüglich aber, daß sie sich nicht gern in dieLage bringen wollen, eine Menge von Gesangbüchern um-sonst unter der ärmsten Volksclasse austheilen zu müssen.Die Meisten gefallen sich zu sehr, wenn sie in kostbarenMeßgewändern, unter dem Spectakel derPauken undTrom-