Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

139

mi:Wie sehr habe ich bei deinen Lobliedern und Gesän-gen geweint! Durch die Stimme deiner süßtönenden Ge-meinde ward ich heftig gerührt. Diese Tone flössen inmeine Ohren, und die Wahrheit wurde meinem Herzeneingeflößc. Dann brannte in mir die Empfindung derFrömmigkeit ans, Thranen flössen, und wohl wurde mirbei denselben." Auch die Stifter der häretischen Partheien,Apollinaris, Ncpos, Bardesanes, Harmonius, Anus u.a. dichtete» religiöse Lieder, nur durch den Reiz derselbenund den Zauber ihrer Melodien ihren Lehren Eingang zuverschaffen.

Die Lehrer der rechtgläubigen Kirche, Hilarius vonPictavium, Ambrosius, Basilius, Chrysostomus, Ephramder Syrer . . . verfertigten daher jenen gegenüber Lieder,die die Lehren der rechtgläubigen Kirche enthielten. Vor-züglich wurden in den ersten Zeiten des Ehristenthums diePsalmen gesungen. Doch waren diese nicht die einzigenLieder, mit denen man die Andacht nährte, wie dies schondie heilige Schrift beweiset. Lobpreisungen Gottes undJesu, Tugend und Sittlichkeit, Hoffnung der Auferstehung,der Wiederkunft Christi und des ewigen Lebens waren derGegenstand christlicher Lieder. Würde, Reinheit, Einfaltund Wahrheit ist ihr Charakter. Entweder wurde vomganzen Volke gemeinschaftlich gesungen, oder der Gesanglag hauptsächlich den Vorsängern ob, und das Volk fielein, oder sang nur den letzten Vers mit. Seit dem vier-ten Jahrhunderte bildete sich die Sitte, die Versammlungin zwei Theile abzusvndern und Wechsclchöre zu bilden.

Diese orientalische Sangweise wurde im Occident von