Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110

Wird eine Parochie aus andern Gründen administrirt, alsz. B. Greiffenbcrg, Klein-Röhrsdorf, Kemnitz u. s. w.,welche von Protestanten in Anspruch genommen worden,und auf Befehl des Ministerii nicht mit Pfarrern besetztwerden dürfen; so muß der Administrator de» Ueberschußan den Dom senden. So hat der Administrator B. in G.wahrend der 10 Jahre seiner Administration schon über2000 Thlr. cingesendet.

Diese Parochie wird schon seit 20 Jahren administrirt.Wozu diese Gelder verwendet werden, weiß außer den Her-ren, die sie einziehen. Niemand. Wie unbillig, wie un-gerecht ist ein solches Verfahren! Daß die sogenannteQuarta ein wahres Sündengeld sei, ist klar. Wie kommtder Klerus dazu, solch eine drückende Abgabe sich auflegenzu lassen. Der Caplan hat bei seinem Tagelöhnersoldnicht die geringste Gelegenheit, gehabt sich etwas zu erspa-ren, und soll nun gerade jetzt, wenn er ein Benesi'ciumbekommt, auf einmal eine so große Summe auslegen.Wird er nicht hiedurch gezwungen, auf der Stelle Schul-den zu machen.

Rechne man noch hinzu, daß er für die Präsentation,das 1?Incitum reZiuin, die bischöfliche Investitur, die be-sonders eine bedeutende Summe ausmacht, die Installa-tion ..... noch bedeutende Unkosten zu bestreiten hat,wie kann er seinen Beruf mit Freuden antreten? Mußer nicht die ersten Schritte seines Amtes mit übermäßiger

Vorschuß über das dem Administrator zu zahlende Geld wird an dieGläubiger gezahlt. Ist das Deficit getilgt, so kehrt der Pfarrer zu-rück und kann das Schuldcnmachen von neuem anfangen.