steht. Doch ist dies meistens nur Form, und heißt imganze» nichts. Daß auf diese Art keinesweges die De-krete der Tridenter Synode beobachtet werden, sicht jederein. Die Verleihung der Pfründen hangt meistentheilö vomZufalle, von Verbindungen, Empfehlungen, und manch-mal von ganz andern Wegen, als denen des Verdienstesab, wie dieses die tägliche Praris bezeugt. Daher sähe»wir in neuern Zeiten Jünglinge, die kaum ein Jahr inder Seelsorge gearbeitet hatten, und eben deswegen wederan Alter, noch Erfahrung und Pastoralklugheit fähig wa-ren, Gemeinden zu leiten, zu Pfründen gelangen, auskeiner andern Ursache, als weil sie sich die Gunst ih-res gnädigen Patrons zu erwerben gewußt hatten*). Sogibts Caplane, die schon 14, 20 und 26 Jahre in derSeelsorge sind, und keine Pfründe erhalten. Erst neulich
hatte der.eine Pfründe zu vergeben. Ein Ca-
plan, der schon 8 Jahre in der Seelsorge gelebt und über-all seinem Amte Genüge geleistet, kam ein, und ward durchgute Empfehlungen und Bitten der Gemeinde unterstützt.Doch wurde nicht er, sondern ein Pfarrer, der, bereits einegut dvtirte Pfründe hatte, gegen den Sinn und die Be-fehle der alten Kirche **) — auf diese Pfründe befördert.Vielleicht hatte diesen Pfarrer die Sladtluft sehr angezo-
*) Doch kenne ich einige, die durch Verdienst und die Liebe derGemeinden zu Pfründen gelangt sind.
**) Solche Versetzungen waren in der alten Kirche eigentlich ver-boten und galten alo Zeichen cineo unseclsorgcrlichen Berufes. 2. Tim.4,5. ?lpostelgescb. 20, 26. k'oiio. iVieaeil. ll. tli. ^Iitioeb. e. 0.ObolcLlt. o. 20. ^ rill. 8oss. 26. a. 1. lle rel. Illoniassiri. ri. ll.