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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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Handel, nehmen anfangs das dargebotene Geld mit Schaman, durch öftere Wiederholung werden sie abgestumpft, bissie dann selbst gierig nach immer mehrerm angeln. Nehmeman nun noch an, daß bei Vergebung der Pfründen nichtauf Wissenschaft und Verdienst gesehen wird, was kannfür Aneiferung zum Berufe dann sein? Ist es ein Wun-der, daß dergleichen Priester die Seelsorge, der sie sichgemäß ihrem heiligen Berufe allein weihen sollen, allmäh-lig verabscheuen, sich an ein gemächliches Leben ergeben,und von diesem, wie von dem verdienstvollsten und auf-opferndsten gleiche Belohnung erwarten.

Ucberhaupt ist mit den vielen Capläne» der Seelsorgenichts gedient. Denn erstens wohnen die Capläne bei denPfarrern, und sind wie diese in den weitschichtigcn Pfar-reien zu weit entfernt, um in nöthigcn Fällen schleunigeHülfe zu leisten. Zweitens sind die Capläne doch nur im-« mcr Miethlinge, denen die Schafe nicht eigentlich zuge-

hören, mithin auch nicht so besorgt wie die eigentlichenHirten. Auch dürfen sie meistens nichts mehr und nichtsanders thun, als was dem eigensinnigen Pfarrer beliebt.Drittens werden die Capläne wegen der ersten besten Ur-sache verändert. Manche Gemeinden, deren ich einige nen-nen könnte, haben binnen Jahr und Tag drei neue Ca-pläne gesehen.

Wie sehr diese oftmaligen Abänderungen der Seelsorgeschaden, ist nicht zu beschreiben. Kaum ist die Gemeindean den Caplan und dieser an jene gewöhnt, so geschiehteine Abänderung. Der neue Caplan hat einen andernVortrag, eine andere Untcrrichtsweise, eine andere